Freitags nach Freiburg.

Da hat es der Spieltagswürfel mit uns ja mal wieder besonders gut gemeint. Zum Freitag in das 650km entfernte Freiburg ist für den Otto-Normal-Angestellten mit 40 Stundenwoche nur mit Urlaubsschein und selbst für Mittagskinder nur mit freier Autobahn und Glück umsetzbar.
Das ist einer der Momente, in denen ich mich für meine Entscheidung zur Selbstständigkeit feiern könnte. Natürlich habe ich mir den ganzen Tag frei gegeben und daher war ich bereits um 9 Startklar.
Schnell noch den Hund bei Oma abgeladen und den RasenBallsportFreund von der Löwenbande in seinem Büro eingesackt. Im Gegensatz zu meinem Chef (also mir) hat er sich noch eine Stunde Schreib(straf)arbeit am Morgen verordnet, jeder wie er es verdient.
Hans (1), der Navigationsapparat, wollte uns die A9 gen Süden schicken, mein Magen hatte allerdings andere Pläne. So fuhr mein Auto fast wie von Geisterhand gelenkt am Hermsdorfer Kreuz auf die A4 und zielsicher zur Rostbratwurst in Magdala.
Gut genährt konnte die Reise weiter gehen. Kilometer um Kilometer kamen wir dem Ziel näher. Knapp 50km vor Glottertal meldete sich auf einmal der ansonsten recht ruhige Hans und bat uns die Autobahn zu verlassen. Höflich wie wir sind, folgten wir natürlich der Aufforderung und von oben betrachtet war das auch eine sehr gute Entscheidung – Vollsperrung auf der A5 – danke Hans.
Ohne Unterbrechung kamen wir gegen 15 Uhr am Hotel an. Hotel? – Das sind sie also, diese Fans, von denen die örtliche Tourismusbranche profitiert.
Noch 4 Stunden bis Anpfiff. Zeit genug für Weihnachtsmarkt und 1-2 Bierchen im roten Bären (Grüße an die kleine Maus).
Den Rest des Weges legten wir dann – dicht gedrängt – mit den Freiburgern gemeinsam in der Straßenbahn zurück. Trotz offensichtlicher Fankleidung absolut entspannt. – Danke dafür.
20:30 – Anpfiff- Capo & Trommel haben es gerade noch rechtzeitig ins Stadion geschafft, ein Teil der Fans leider nicht.
Das frühe Tor durch Keita nimmt mir die Angst, dass heute die Serie reißen könnte. Selbst Niederlechners Treffer konnte daran nichts ändern. Unsere Jungs spielten souverän und abgeklärt, 1:4 – verdienter Sieg.
In anderen Fußballregionen der Republik hätte es nach so einer Packung bestimmt Bambule und Randale(2) gegeben. Nicht so in Freiburg. In der Straßenbahn Richtung Zentrum war man sich einig, die Rasenballer aus der Messestadt haben zu Recht gewonnen. Manch einer wünschte uns noch Glück gegen die Bayern. Bei Bier & Maultaschen liesen wir das Spiel noch einmal Revue passieren und den Abend ausklingen.
Am nächsten Morgen ging die Reise weiter nach Karlsruhe, darüber könnte ich auch Geschichten schreiben, mach ich aber nicht.

(1) Name von der Redaktion geändert.
(2) reimt sich nicht nur zufällig auf Halle

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Autor: Holger

Süchtig nach dem Rasenball. Dauerkarte Sektor B. Bei 13/17 Spielen auswärts dabei.

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