Abenteuer Bundesliga, oder wann ist das eigentlich passiert?

 

Reichlich zwei Monate ist es nun her, dass wir offiziell E1ns sind. Der 55. Verein im Oberhaus der deutschen Fußballwelt.
Inzwischen haben die Testspiele für die neue Saison begonnen, das Lauftrainingslager ist absolviert. In die Mannschaft ist ein bisschen Bewegung gekommen. Mit Müller, Werner, Schmitz und Keïta haben sich vier neue Spieler, auf Grund der Perspektive, für den einzig wahren Rasenballsport entschieden. Dafür suchen Teigl, Hierländer und Quaschner (Leihe mit Kaufoption) jetzt auf anderem Grün ihr Glück, auch wegen der Perspektive. Mein persönliches Highlight unter den Neuzugängen ist der Kämpfer, der Zyklop, Terrence Boyd.
Ok, zugegeben, kein wirklicher Neuzugang, aber nach eineinhalb Jahren Verletzungspause fühlt es sich dennoch so an. Ob er gleich wieder mit der ersten Mannschaft angreifen kann werden die nächsten Wochen zeigen. Die Konkurrenz im Sturm ist groß. Hauptsache ist, er steht wieder auf dem Platz.

Rückblickend wollte ich viel mehr zur Saison schreiben, aber irgendwie bin ich dann doch nicht dazu gekommen. Die eine oder andere Anekdote hätte es auch verdient gehabt als Text im WWW zu landen.
Exemplarisch das Gastspiel unserer U23 bei Hertha II, als in der Pause ein Berliner (auf Grund der geringen Gästefanzahl von 8 inkl. Fanbetreuer gab es nur einen geöffneten Block) einen Schaltausch anzettelte. Gesagt, getan – Schals getauscht, viel Glück gewünscht und schwupp war er auch schon wieder weg. Da standen wir also mit dem Herthaschal – nicht lang allein. Noch vor dem Wiederanpfiff bat uns der örtliche Kindermob um die Herausgabe ihrer Farben. Als Eventi ist einem der Zusammenhang von Farben und Schal natürlich nicht geläufig, in der Bastelecke waren wir nicht und die Wasserfarben der Kinder hatte von uns auch niemand entwendet. Daher blieb uns nichts anderes übrig als die Kleinen auf ihre stille Treppe zu schicken und weiter dem Treiben auf dem Rasen zuzusehen. Der Berliner als guter Gastgeber hat uns dann direkt noch bis zum Auto begleitet und alle haben brav gewunken.

Ansonsten war die letzte Saison auch mehr Autobahn als Achterbahn. Irgendwas um die 10.000 km sind wir wohl gefahren, haben mehr Zeit im Auto als im Stadion verbracht, gelohnt hat es sich trotzdem.
Die Spiele bleiben in Erinnerung, damit werde ich später meine Enkel nerven – mit diesem früher, als wir noch keine Tradition hatten, mein Kind.
Etliche km haben die Jungs auch auf dem Rasen zurück gelegt und um beim Vergleich zu bleiben, mal ging es rasant vorwärts, mal stand man im Stau, aber das Ziel wurde dennoch erreicht.
Tja und wie fühlt es sich nun an? Bundesliga? – Irgendwie noch gar nicht. Klar die Emotionen, als Forsberg zum 1:0 traf und später das ganze Stadion Selke dafür feierte, dass Halstenberg einen Freistoß aufs Tor flankte und Vollath (KSC) sich die Kugel durch die Lappen bzw. Handschuhe gehen lassen hat, die kann uns Keiner nehmen. – Aufsteigen ist wie gewinnen in groß und mit extra Käse. Ansonsten ist mir aber egal ob wir gegen Bayern oder München spielen, die modernen Hochglanzstadien wirken ja doch alle ziemlich gleich.

Achtung Spoiler – In mühsamen Testreihen habe ich für euch, ohne Kosten und Mühen zu scheuen, heraus gefunden: Desto kleiner das Stadion, desto besser schmeckt die Wurst. Wer das nicht glauben kann, sollte am Mittwoch ins Stadion am Bad kommen, dort testen wir gegen die eigentlichen Hausherren.

Autor: Holger

Süchtig nach dem Rasenball. Dauerkarte Sektor B. Bei 13/17 Spielen auswärts dabei.

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