Schlimmer als Kryptonit!

Es ist Freitag – 12 Uhr – Treffpunkt: Tanke.
In wenigen Stunden wollen wir am Millerntor stehen, unsere Mannschaft anfeuern, sie siegen sehen?
Alle sind pünktlich, fünf Mann vier Mann und eine Frau, ein Auto.
ich sitze in der Mitte auf der „Gartenbank“ – spätestens nach 100km weiß ich warum der Mittelplatz den Spitznamen hat. Mein Arsch fühlt sich an wie ein Schnitzel beim Panieren. – ALLES FÜR DEN KLUB 😉

Schon auf der Autobahn wird klar, dass das Millerntor ein besonderer Magnet zu sein scheint. Insgesamt 14 Busse werden wir auf der Strecke überholen, unzähligen Leipzigern begegnen.
2200 Karten sind im Vorverkauf weg gegangen, für ein Freitagsspiel im 400km entfernten Hamburg sicherlich eine Hausnummer.
Wärend ich überlege, warum für Karlsruhe ein Bus reichte, muss ich grinsen. – Klar Karlsruhe ist eben nicht Hamburg. – Alles Eventis ;o)

Mit der Erfahrung aus dem letzten Jahr ignorieren wir alle Hinweise für Gäste und parken direkt am Millerntor. Die Hamburger (zumindest die braun-weißen) haben sich mir bisher als gute Gastgeber gezeigt. 100% Support für die eigene Mannschaft – 0% sinnloser Hass – sieht man als RB-Fan auswärts eher selten

Schnell noch ein Bier und ne Wurst geholt und erstmal n Platz suchen.
Der Block ist jetzt schon gut gefüllt, die meisten Busse fehlen allerdings noch. – Eine Stunde bis zum Anpfiff.
Eine halbe Stunde später geht gar nichts mehr. Der Block ist jetzt so voll, dass weder Treppen noch Rettungswege zu finden sind.
Der Zugang zum Stehbereich wird nicht kontrolliert, wohl aber die Sitzplatztribünen. So kommt es dazu, dass zwar viele Sitzplätze im ausverkauften Gästebereich leer bleiben, aber der Stehblock eindeutig überfüllt ist. Ich kämpfe mich nochmal zum Catering durch, Bier leer.
Zwanzig Minuten später stehe ich wieder an meinem Platz, gerade noch pünktlich zur Aufstellung.

Anpfiff, holpriger Start, Mensch Jungs passt doch auf, zack – schon klingelts im Kasten. 1:0 für Pauli.
Der Gastgeber ist jetzt in der bequemen Situation mit (Himmel-)Mann und Maus verteidigen zu können und auf Konter zu lauern, während unsere Jungs immer wieder anrennen, Chancen erarbeiten und dann doch nicht treffen. Mal ist es Himmelmann, der souverän den einen oder anderen Torschuss verhindert, mal ist es das eigene Unvermögen.
Gerade in den ersten 45 Minuten war definitiv mehr drin. In der zweiten Halbzeit war die Partie dann wesentlich ausgeglichener. Die Einwechslungen waren sicher gut gemeint, haben aber auch eine Menge Unruhe ins Spiel gebracht. Die totale Offensive (5 Stürmer) ging zu Lasten der Stabilität und so kam Pauli ebenfalls noch zu ein, zwei Torchancen.
Mehr Statistiken, Analysen und Zahlen gibt es wie immer beim rotebrauseblogger.

Es bleibt dabei, St.Pauli mit Ewald Lienen als Trainer ist unser Kryptonit.
Wieder 0 Punkte am Millerntor.

Auf dem Weg zum Auto laufen uns noch ein paar gegnerische Fans über den Weg, kurzes Gespräch, wir einigen uns darauf, dass RB aufsteigt und St.Pauli über die Relegation mit kommt. Vielleicht sogar gegen den HSV? Träumen darf man ja, oder? Na dann bis nächstes Jahr, Boys in Brown.

Autor: Holger

Süchtig nach dem Rasenball. Dauerkarte Sektor B. Bei 13/17 Spielen auswärts dabei.

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